09.03.2025
Worte aus der Kirche zum 09.03.2025
Wir sind am Beginn der Passionszeit. In den 7 Wochen bis Karfreitag und Ostern sollen Jesu Leidensweg und sein Kreuz bedacht werden. Was bedeutet das für uns? Der Lesetext für den Aschermittwoch, den ersten Tag der Passionszeit, lautet: Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn. (Röm 6,23) Nehmen wir mal das Wort „Sünde“ in den Mund. Niemand möchte ein Sünder sein. Da meldet sich das Gewissen. Sünde ist etwas, was nicht richtig ist. Sünde ist wie saure Milch, die man gleich wieder ausspeit. Nein, damit will ich nichts zu tun haben. Das ist nicht gut für mich.
Aber was ist Sünde überhaupt? Dazu von mir ein Erklärungsversuch aus der Seefahrt.
Ein Sund, wie z.B. der Öresund zwischen Dänemark und Schweden, ist eine Meeresenge, die zwei Landmassen voneinander trennt. Ein unüberwindbares Hindernis. Und in den nordischen Sprachen sind die Worte Sund und Sünde nah miteinander verwandt. Diese Worte drücken aus, worauf es ankommt. Es geht um das Getrenntsein. Die Menschen sind gleichsam durch die Sünde von Gott getrennt, wie Dänemark und Schweden durch den Öresund. Und Folgen des Getrenntseins sind Einsamkeit und der Tod.
Aber was gibt dann Sinn, Ziel und Hoffnung im Leben?
In der sog. „Kleinen Bibel“ in Joh 3,16f. wird die frohe Botschaft knapp zusammengefasst: Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde. (Joh 3,16f.)
Jesus Christus ist für uns die Brücke zum allmächtigen Gott geworden. Eine Glaubensbrücke. Durch sein Leiden am Kreuz und durch seinen stellvertretenden Sühnetod am Karfreitag hat er den trennenden „Sünden-Sund“ überwunden. Eine Christus-Brücke, die das Trennende überwindet. Im Glauben an Jesus Christus gehen wir den Weg zum liebenden Vater. Im Glauben an Jesus Christus überwinden wir die Sünde. Im Glauben an Jesus Christus überwinden wir die Einsamkeit und den Tod. Jesus Christus hat den Weg zum ewigen Leben geöffnet, er ist das Portal zum Himmelreich am Ende der Glaubensbrücke geöffnet.
Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn. (Röm 6,23)
Mit Jesu Tod und Auferstehung ist die Hoffnung auf das ewige Leben in die Welt gekommen. Jesus ist die Glaubensbrücke, die den trennenden Sund der Sünde überwindet, so wie die Öresundbrücke die Meeresenge zwischen Dänemark und Schweden.
Wir Menschen müssen uns nur entscheiden über diese Brücke des Glaubens zu gehen. Und das erfordert Vertrauen. Gottvertrauen, Vertrauen in die Schrift und Vertrauen in den eigenen Glauben. Gebet: Allmächtiger Gott, manchmal machst du es uns schwer den Weg, die Wahrheit und das Leben zu finden. Gib uns die Klarheit das zu erkennen, was richtig ist, und den Mut abzulehnen, was falsch ist. Leite uns den Weg über die Glaubensbrücke zu dir durch dein Wort und Sakrament. Dir allein sei Ehre in Ewigkeit.
Amen.