Kirchenkreis  
Pfarrämter  
Pfarramtssuche  
Kinder im Kirchenkreis  
Jugendliche im Kirchenkreis  
Studierende  
Posaunenchöre und Orgeln  
Taufe, Konfirmation, Trauung, Bestattung  
Diakonische Einrichtungen und Seelsorge  
Ehrenamtsakademie  
Verwandte Homepages  
   
Zum Kalender  
   
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit  
   
 

Orgeln im Kirchenkreis Stendal

 
  Im Kirchenkreis Stendal gibt es ca. 190 Orgeln. Schon für das 16. Jahrhundert sind Orgeln für die großen mittelalterlichen Kirchen in den einst wohlhabenden Hansestädten Stendal, Tangermünde, Osterburg, Seehausen und Werben belegt. Einzig in der Marienkirche Stendal ist in der heutigen Orgel noch einiges davon erhalten, nämlich das Hauptgehäuse unbekannter Herkunft, das Rückpositivgehäuse des Hamburger Meisters Hans Scherer d. Ä. (1580) und einige Pfeifenreihen verschiedener Erbauer.   St. Marien in Stendal
 

Die Orgel in der St. Marien zu Stendal


St. Stephan in Tangermünde   Die Tangermünder Stephanskirche erhielt 1624 schon ihre zweite Orgel, erbaut von Hans Scherer d. J. Dieses Instrument wurde 1994 restauriert und zählt seitdem zu den bedeutensten historischen Orgeln Europas. Das wichtigste Instrument aus der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts steht in der Klosterkirche Krevese. Es wurde 1721 von Anton Heinrich Gansen aus Salzwedel erbaut. Im 18. Jahrhundert waren auch der als „preußischer Silbermann“ bezeichnete Berliner Meister Joachim Wagner und Schüler von ihm hier tätig. In Werben besitzt die mehrfach umgebaute und heute unspielbare Orgel noch das Gehäuse und mehrere Register von Wagner (1747).  
In St. Stephan zu Tangermünde

  Die Orgel des Wagnerschülers Gottlieb Scholtze (um 1760) in Schönhausen wurde 2000 restauriert und erklingt nun wieder in alter Klangschönheit. Das Wagnersche Klangkonzept wurde von der Orgelbauerfamilie Buchholz im Sinne der Frühromantik weiterentwickelt. Ein Instrument dieser Familie befindet sich in stark veränderter Form in der Nicolaikirche Osterburg (1825) und harrt seiner Restaurierung.  

  Einen Orgelbau-Boom gab es im Zeitraum von etwa 1850 bis 1910 mit etwa 115 heute noch vorhandenen Instrumenten. Daran waren vor allem die Orgelbauer Voigt, Stendal (ca. 70), Luetkemüller, Wittstock (11) und Böttcher, Magdeburg (7) beteiligt. Viele Dorfkirchen bekamen zum ersten Mal eine – meist sehr kleine – Orgel. Die größte und bedeutendste Orgel dieses Zeitraums ist die Lütkmüller-Orgel in der Petrikirche Seehausen (1867). Ihre Restaurierung wurde 2014 abgeschlossen.   Orgel in Bellingen
 

Die Orgel in der Dorfkirche von Bellingen


  Nach 1910 ließ die Orgelbauaktivität deutlich nach. Die wenigen nach dem 2. Weltkrieg entstandenen Orgeln sind überwiegend Positive für Gemeindesäle oder als Zweitinstrument in den größeren Kirchen. Nur drei größere (Bismark, Tangerhütte), beziehungsweise große Orgeln (Stendal, Dom [A. Schuke 1953/70]) sind neu gebaut worden. Seit etwa 1990 gab es keinen Orgelneubau mehr.